Effektivzins für Baufinanzierung bei Ratenzahlungen

Der Effektivzins bei einer Baufinanzierung mit Auszahlung nach Baufortschritt reicht nicht für die Bewertung des Kredits. 

In meinem Ratge­ber­sei­ten gibt es einen Beitrag mit dem Titel: Effek­tiv­zins soll ein Vergleichs­wert für Kredi­te sein. Hier habe ich darauf hinge­wie­sen, dass dass der Effek­tiv­zins nicht allei­ne der Maßstab für eine am Ende preis­wer­te Finan­zie­rung sein kann.

Viele Immo­bi­li­en­er­wer­ber sind Bauher­ren. Sie erwer­ben eine noch zu bauen­de oder zu reno­vie­ren­de Immo­bi­lie. Das heißt, dass sie einen Bauver­trag oder einzel­ne Hand­wer­ker­ver­trä­ge unter­zeich­net haben. Sie benö­ti­gen eine Baufi­nan­zie­rung mit Auszah­lun­gen nach Baufort­schritt zur Bezah­lung ihrer Immo­bi­lie. Für den Neubau sowie Altbau­sa­nie­rung in Eigen­re­gie mit Hand­wer­kern gilt, die Hand­wer­ker werden in Raten je nach Fertig­stel­lung oder Baufort­schritt bezahlt.

Die Käufer einer ferti­gen Immo­bi­lie erfül­len ihre Kauf­preis­zah­lung, wenn die nota­ri­el­len Vorrau­set­zun­gen gege­ben sind. Bei der Baufi­nan­zie­rung für den Erwerb vom Bauträ­ger wird nach Verwen­dung des Eigen­ka­pi­tals der Hypo­the­ken­an­teil je nach Baufort­schritt in Baustu­fen oder Raten benö­tigt.

Durch Teilauszahlungen entstehen zusätzliche Finanzierungskosten und eine Änderung des Effektivzins.

Die meis­ten Geld­ge­ber wollen in solchen Fällen, wegen Mehr­auf­wand und länge­rer Bereit­stel­lung so genann­te Bereit­stel­lungs­zin­sen verein­ba­ren. Sie soll­ten hier mit Ihren Geld­ge­bern unbe­dingt die Kondi­tio­nen aushan­deln. Manche Geld­ge­ber verlan­gen zum Beispiel Bereit­stel­lungs­zin­sen nach Ablauf von drei Mona­ten. Ande­re wollen erst den endgül­ti­gen verein­bar­ten Hypo­the­ken­zins mit voll­stän­di­ger Auszah­lung des Kredit­be­tra­ges star­ten und bis dahin gerne einen höhe­ren Zins­satz abrech­nen, oder den dann gülti­gen Kredit­zins fest­le­gen. Diese soge­nann­ten Bereit­stel­lungs­kos­ten können Ihre Finan­zie­rung ganz schön ordent­lich verteu­ern.

Stel­len Sie sich vor, dass es, aus welchem Grund auch immer, zu Bauver­zö­ge­run­gen kommt. Damit werden dann auch mehr Zinsen und Bereit­stel­lungs­kos­ten anfal­len. Alle diese Kosten gehö­ren am Schluss in Ihre Effek­tiv­zins­be­rech­nung. Also, es lohnt sich, hier mit Ihrem Geld­ge­ber zu verhan­deln und nicht blind einen Vertrag zu unter­zeich­nen.

Sie sehen hier deut­lich, dass allei­ne die Effek­tiv­zins­an­ga­be bei der Verga­be der Hypo­thek oder des Kredi­tes nicht über die für Sie besse­re Finan­zie­rung entschei­det. Erst die gesam­ten Kosten geben Aufschluss für Ihre Entschei­dung. In meinem Vergleichs­rech­ner können Sie die für Sie besten Geld­ge­ber und Kondi­tio­nen ermit­teln und dann Ihre Entschei­dun­gen tref­fen.