Mehr Schutz bei Bauverträgen

Das neue Bauvertragsrecht

Zum 1. Janu­ar 2018 treten eini­ge grund­le­gen­de Ände­run­gen für Bauver­trä­ge in Kraft. Für Häus­le­bau­er gilt es, auf diese Ände­run­gen zu bestehen und der Bauun­ter­neh­mer hat einen erheb­li­chen Bera­tungs­be­darf zu erbrin­gen. Auf jeden Fall soll dem Bauherrn mit diesen neuen Vorschrif­ten mehr Sicher­heit beschafft werden.

Folgen­de Kern­punk­te enthält die Reform:

  • Der Verbrau­cher erhält ein Wider­rufs­recht, also das Recht, einen Bauver­trag noch­mal 14 Tage lang zu über­den­ken. Ab Vertrags­ab­schluss kann also der Verbrau­cher inner­halb 14 Tagen den Vertrag wieder­ru­fen. Dies auch, weil es sich bei so einem Vertrag meis­tens um eine große Inves­ti­ti­on handelt. Auch gibt es in dem neuen Werk­ver­trags­recht ein Kündi­gungs­recht aus wich­ti­gem Grund.
  • Der Bauun­ter­neh­mer muß vor Vertrags­ab­schluss eine Baube­schrei­bung aushän­di­gen, aus der klare und verständ­li­che Bauwerks­an­ga­ben hervor gehen. Sie muß Bestand­teil des Vertra­ges werden und einen genau­en Über­blick über die Bauwerks­leis­tun­gen enthal­ten.
  • Im Vertrag müssen klare Anga­ben zum Fertig­stel­lungs­ter­min enthal­ten sein. Dies, damit dem Verbrau­cher eine besse­re Planungs­si­cher­heit für Kündi­gung und Umzug bezüg­lich der bishe­ri­gen Wohnung gege­ben wird.
  • Es werden Ober­gren­zen für Abschlag­zah­lun­gen verein­bart werden müssen.
  • Der Unter­neh­mer muss Ände­run­gen, die in der Bauzeit auftre­ten können und vom Bauherrn erwünscht werden, ausfüh­ren, aber nur, wenn sie zumut­bar sind. Die Inter­es­sen beider Partei­en sind zu berück­sich­ti­gen. Die Mehr- oder Minder­kos­ten sind nach den tatsäch­li­chen Kosten abzu­rech­nen. Dem Unter­neh­mer stehen ange­mes­se­ne Zuschlä­ge zu.
  • Der Unter­neh­mer ist verpflich­tet, über das Bauvor­ha­ben Unter­la­gen zu erstel­len, die der Verbrau­cher zum Nach­weis bei seiner Bank für den Kredit, oder für öffent­lich-recht­li­che Vorschrif­ten benö­tigt.
  • Zu den neuen Vorschrif­ten gehö­ren auch die Erleich­te­rung der Abnah­me des Bauwerks, sowie die Abnah­me bei Kündi­gung des Bauver­tra­ges mit der Aufnah­me des Leis­tungs­stan­des. Der Zustand des Werkes ist zu doku­men­tie­ren.
  • Der Gesetz­ent­wurf sieht auch eini­ge Neue­run­gen für die Archi­tek­ten- und Inge­nieur­ver­trä­ge vor.