Wissen über die verschiedenen Darlehen

Sie soll­ten den Unter­schied zwischen den 2 wich­tigs­ten Darle­hen kennen.

Die 2 wich­tigs­ten sind das Annui­tä­ten­dar­le­hen und das Tigungs­dar­le­hen.

Zunächst zu dem Annui­tä­ten­dar­le­hen: Bei Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­run­gen spre­chen wir haupt­säch­lich von Darle­hen, die als Annui­tä­ten­dar­le­hen verge­ben werden. Ein Annui­tä­ten­dar­le­hen erhal­ten Sie bei Hypo­the­ken­ban­ken, Versi­che­run­gen und Bauspar­kas­sen. Auch mit Ihrer Haus­bank können Sie ein Annui­tä­ten­dar­le­hen verein­ba­ren. Dieses Darle­hen heißt Annui­tä­ten­dar­le­hen, weil eine gleich­mä­ßi­ge Annui­tät für die Bedie­nung des Darle­hens verein­bart wird. Hier ein Beispiel, um das System zu verste­hen:

Sie verein­ba­ren mit Ihrem Kredit­ge­ber einen Zins­satz von 4% für eine Fest­schrei­bungs­zeit von 10 Jahre und eine Tilgung von 2%. Somit ergibt sich eine Annui­tä­ten­ra­te von 6% pro Jahr. Bei einer Kredit­sum­me von 100.000,- € bedeu­tet das eine Zahlung von 6.000,-€ pro Jahr, bestehend aus Zins und Tilgung. Da Ihr Darle­hens­ge­ber aber von Ihnen monat­li­che Zahlung verlangt, zahlen Sie monat­lich 500,00 an die Bank.

Da Sie in jeder Rate außer Zinsen auch Tilgung zahlen und die Bank Ihnen den Tilgungs­an­teil schon monat­lich gutschreibt, ist in der zwei­ten Rate, also im zwei­ten Monat der Zins­an­teil schon klei­ner, dafür steigt der Tilgungs­an­teil. Denn Ihre Rate pro Monat bleibt gleich. In Ihrer ersten Rate sind 166,67€ Tilgung enthal­ten; um diesen Anteil wird Ihr Rest­sal­do schon klei­ner. Das Darle­hen nimmt also pro Monat ab. So verschie­ben sich Zinsen und Tilgung mit jeder Zahlung gegen­ein­an­der. Zinsen verrin­gern sich stän­dig, und die Tilgung nimmt dafür stän­dig zu. (Vorsicht, die Tilgungs­an­tei­le werden von Bank zu Bank unter­schied­lich gut geschrie­ben.) Ganz wich­tig, hier genau das Klein­ge­druck­te studie­ren.

Ich rate Ihnen, hier einen Darle­hens­ver­gleich einzu­ho­len, nur so können Sie die besten Kondi­tio­nen bekom­men.

Das Darle­hen als Annui­tä­ten­dar­le­hen hat Vor- und Nach­tei­le. Zu den Vortei­len zählt, dass sie eine gleich­mä­ßig hohe Kapi­tal­dienst­ra­te zu zahlen haben, die sich nur dann verän­dert, wenn sich der Zins­satz verän­dert. Bei Verein­ba­rung eines Fest­zins­sat­zes für die gesam­te Lauf­zeit kann keine Verän­de­rung eintre­ten. Ein weite­rer Vorteil entsteht bei Berück­sich­ti­gung der Infla­ti­ons­ra­ten pro Jahr. Sie zahlen später Ihre stän­dig stei­gen­den Tilgungs­ra­ten mit Geldern, die durch den Infla­ti­ons­ef­fekt abge­wer­tet wurden.

Einen Nach­teil gibt es für Anle­ger, die auf Steu­er­vor­tei­le speku­lie­ren: Bei Immo­bi­li­en, die Steu­er­vor­tei­le haben und damit die Zinsen steu­er­lich als Kosten abzugs­fä­hig sind, fallen die Vortei­le stän­dig, weil die Zinsen mit jeder Zahlung gerin­ger werden. Mit zuneh­men­der Lauf­zeit nimmt somit der in Betriebs­aus­ga­ben abzugs­fä­hi­ge Zins­an­teil ab. Sie müssen später einen entspre­chend höhe­ren Gewinn erwirt­schaf­ten, damit Sie den höhe­ren Tilgungs­an­teil aufbrin­gen können. Die frei verfüg­ba­re Liqui­di­tät wird gerin­ger.

Nun zum Tilgungs­dar­le­hen: Kredi­te, die für betrieb­li­che Inves­ti­tio­nen benö­tigt werden, sind meist Tilgungs­dar­le­hen. Man finan­ziert haupt­säch­lich Bauin­ves­ti­tio­nen, Anschaf­fun­gen von Maschi­nen und Gerä­ten, Betriebs­ein­rich­tun­gen und Geschäfts­aus­stat­tun­gen. Beim Tilgungs­dar­le­hen werden auch zunächst die Zinsen für heute oder eine feste Lauf­zeit verein­bart. Nehmen wir hier auch einen Zins­satz von 4% im Jahr. Auch hier wird eine Tilgung von z.B. 4% verein­bart. Im Gegen­satz zum Annui­tä­ten­dar­le­hen zahlen Sie bei monat­li­cher Zahlungs­wei­se im ersten Monat 666,67 €. Darin enthal­ten für Zinsen 333,34 € und für Tilgung 333,34 €. Die Tilgungs­ra­te bleibt jedoch immer gleich auf 4% wie im ersten Jahr, ausge­hend von 100.000,-€ des Anfangs­dar­le­hen. Jedoch werden die Zinsen jeden Monat weni­ger, immer gerech­net auf das Rest­dar­le­hen. Damit wird die Belas­tung für den Kredit­neh­mer immer gerin­ger. Ein Vorteil bei diesem Darle­hen ist der stän­dig fallen­de Monats­bei­trag und die damit fallen­den Belas­tun­gen für den Kredit­neh­mer.

Auch hier soll­ten Sie einen Kredit­ver­gleich einho­len, um die besten Kondi­tio­nen und Geld­ge­ber zu finden.